Meldeanlässe

Zukünftig ist jede Meldestelle zur Meldung der Informationen ihres eigenen Behandlungsbeitrags verpflichtet. Das Krebsregistergesetz hat hierfür Meldeanlässe festgelegt, zu denen der jeweilige durchführende Arzt eine Meldung abzugeben hat:

  1. Diagnose einer Tumorerkrankung,
  2. histologische, zytologische und autoptische Sicherung der Diagnose („Pathologen-Meldung“)
  3. Beginn einer therapeutischen Maßnahme,
  4. Abschluss einer therapeutischen Maßnahme einschließlich Abbruch
  5. Änderungen im Krankheitsverlauf (v. a. Rezidive und Metastasen)
  6. Tod des Patienten.

An diesen Meldeanlässen orientieren sich die zukünftigen Meldungstypen der elektronischen Erfassung (Diagnose, histol/zytol. Sicherung, Therapie-Meldung, Verlaufsmeldung).

Die Meldung einer anderen Meldestelle befreit nicht von der eigenen Meldepflicht. Wenn also z.B. ein Strahlentherapeut die Bestrahlung des Patienten meldet, entbindet das nicht denjenigen Arzt, der die Diagnose des Primärtumors gestellt hat, hierfür eine Diagnose-Meldung abzugeben. Ebenso hat der beteiligte Pathologe eine Meldung abzugeben.

Durch das Zusammentragen der Informationen der einzelnen Maßnahmen entsteht langfristig ein umfassendes Bild der Krebserkrankung des Patienten.

Für die nicht-melanotischen Hautkrebsarten (C44 und D04) sind nur die Meldeanlässe 1, 2 und 6 zu bedienen. Die Erfassung dieser Erkrankungen ist von der finanziellen Förderung der Krankenkassen ausgenommen; sie werden vom Land finanziert. Für Krebspatienten, die zum Zeitpunkt der Diagnosestellung das 18. Lebensjahr noch nicht abgeschlossen haben, gilt nur der Meldeanlass der Diagnose, da diese Fälle nicht in der klinischen Krebsregistrierung gemäß § 65c SGB V vorgesehen sind. Hier ist für die Finanzierung ebenfalls allein das Land verantwortlich.

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