Meldepflicht

Meldepflicht

Alle Ärzte und Zahnärzte unterliegen wie bereits beim epidemiologischen Krebsregister einer Meldepflicht! Die Patienten sind dabei namentlich zu melden. Anders als bisher ist die dauerhafte Speicherung der Identitätsdaten der Patienten dabei nicht von der Bereitschaft zur Mitwirkung an Forschungsvorhaben abhängig, sondern stellt nun den Regelfall dar. Nur wenn der Patient explizit einen schriftlichen Widerspruch bei der Vertrauensstelle oder beim Melder zur Weiterleitung an diese einlegt, können seine Identitätsdaten nach der Verarbeitung gelöscht werden. Dauerhaft wird dann nur ein nicht rückentschlüsselbares Pseudonym in der Vertrauensstelle hinterlegt.

Anders als bei der rein epidemiologischen Krebsregistrierung sind zukünftig alle Patienten zu melden, bei denen in Schleswig-Holstein eine bösartige Krebsneuerkrankung diagnostiziert oder behandelt wurde, unabhängig vom Wohnort der Erkrankten. Dieses Behandlungsort­prinzip löst das Wohnortprinzip der epidemiologischen Krebsregistrierung ab.

Zu erfassen sind alle bösartigen Neubildungen einschließlich ihrer Vorstufen, Frühstadien sowie Neubildungen unsicheren und unbekannten Verhaltens sowie gutartige Tumoren des zentralen Nervensystems nach Kapitel II der Internationalen Klassifizierung der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD).

Meldefrist

Das Krebsregistergesetz sieht eine Meldefrist vor, gemäß derer die Übermittlung der Daten zum jeweiligen Meldeanlass bis zum 10. Werktag des Folgemonats nach dem Meldeanlass zu erfolgen hat.

Beispiel: Beginn einer Strahlentherapie am 25.07.2016 >> Meldung mit dem Meldeanlass „Therapiebeginn“ hat bis zum 12.08.2016 zu erfolgen.

Bis das Krebsregister die Meldestellen in das neue Meldeverfahren eingebunden haben wird, wird die Nicht-Einhaltung der Meldefrist keine Konsequenzen auslösen.

ZWINGEND NOTWENDIGE ANGABEN ZUR
ERFÜLLUNG DER VOLLSTÄNDIGKEIT
EINER MELDUNG UND ZUR AUSZAHLUNG
DER MELDEVERGÜTUNG

Sog. „Pflichtfelder“ für die elektronischen Meldungen (Stand 01.12.2018)

Die “Pflichtfelder für die klinische Krebsregistrierung ergeben sich aus § 3 Absatz 5 Krebsregistergesetz SH.
Derzeit wird der Erhebungsumfang durch den sog. ADT/GEKID-Basisdatensatz festgelegt.
Grundsätzlich sollen daher alle darin benannten Daten erfasst und gemeldet werden. Die hier
aufgeführten Angaben benennen lediglich die Mindestangaben, ohne die kein Vergütungsanspruch besteht.

1. Alle Meldungen (Basisangaben):
Meldeanlass
Angaben zum Patienten: Familennamen, Vornamen, Geschlecht, Geburtsdatum, Anschrift (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort), genaue Bezeichnung der Krankenkasse, Krankenversicherungsnummer
Angaben zum Melder: Meldestellen-Nr.1

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