Weltkrebstag am 4. Februar 2026 – Das Krebsregister Schleswig-Holstein informiert
Krebs in Schleswig-Holstein: Häufigkeit, Entwicklungen und Prognose für 2026
Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 veröffentlicht das Krebsregister Schleswig-Holstein aktuelle Zahlen zur Krebshäufigkeit im Land sowie eine Prognose für das Jahr 2026. Die Auswertungen zeigen: Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Schleswig-Holstein. Gleichzeitig bleibt das individuelle Erkrankungsrisiko für viele Krebsarten über die Zeit weitgehend stabil – die Zahl der Neuerkrankungen wird jedoch durch den demografischen Wandel beeinflusst.
Auf einen Blick
- Für das Jahr 2026 rechnet das Krebsregister Schleswig-Holstein mit rund 21.400 neuen Krebserkrankungen (ohne weißen Hautkrebs).
- Im Vergleich zu den Vorjahren (2022/2023) ist dies ein leichter Anstieg (5%, +1.000 Fälle), vor allem bedingt durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung.
- Etwa 9.000 Menschen sterben pro Jahr an den Folgen einer Krebserkrankung in Schleswig-Holstein.
- Trotz absolut mehr Krebserkrankungen ist die Zahl der krebsbedingten Sterbefälle in den vergangenen Jahren konstant.
Die häufigsten Krebserkrankungen
Zu den häufigsten Krebsarten in Schleswig-Holstein zählen seit vielen Jahren:
- Prostatakrebs bei Männern,
- Brustkrebs bei Frauen,
- Lungenkrebs,
- Darmkrebs sowie
- das maligne Melanom der Haut.
Diese Krebsarten machen etwa die Hälfte aller Neuerkrankungen aus und prägen die zeitliche Entwicklung der Gesamtzahlen.
Zeitliche Entwicklung und Prognose
Die Analyse zeigt, dass die absoluten Zahlen der jährlichen Krebsneuerkrankungen in Schleswig-Holstein in den vergangenen zehn Jahren um etwa 5 Prozent gestiegen sind. Für das Jahr 2026 werden 21.400 neue Krebserkrankungen erwartet. Dieser Anstieg ist überwiegend auf die demografische Entwicklung zurückzuführen: Mit dem wachsenden Anteil älterer Menschen steigt auch die Zahl der Krebsdiagnosen, da das Erkrankungsrisiko mit dem Alter deutlich zunimmt. Daher ist die Betrachtung altersstandardisierter Raten wichtig, um das Erkrankungsrisiko für Krebs realistisch einschätzen zu können. Dabei wird berücksichtigt, dass es heute mehr ältere Menschen gibt als früher, die häufiger an Krebs erkranken. So lässt sich besser erkennen, wie sich das tatsächliche Erkrankungsrisiko unabhängig vom Alter entwickelt. Dieses Risiko ist in den vergangenen zehn Jahren um 5 Prozent gesunken.
Die Prognose für 2026 basiert auf den beobachteten Entwicklungen der vergangenen Jahre sowie auf der amtlichen Bevölkerungsvorausberechnung für Schleswig-Holstein. Sie stellt keine Vorhersage individueller Risiken dar, sondern dient der frühzeitigen Einordnung der zu erwartenden Belastung für das Gesundheitswesen.
„Die Prognose zeigt vor allem, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf das Krebsgeschehen hat“, erklärt Prof. Dr. med. Alexander Katalinic, Leiter der Registerstelle des Krebsregisters Schleswig-Holstein. „Für die Versorgung bedeutet das, dass wir uns weiterhin auf eine steigende Zahl älterer Krebspatientinnen und -patienten einstellen müssen.“
Die Rolle des Krebsregisters Schleswig-Holstein
Das Krebsregister Schleswig-Holstein besteht seit 1997 und erfasst alle Krebserkrankungen von Einwohnerinnen und Einwohnern des Landes flächendeckend und gesetzlich geregelt. Es dient der Erhebung, Speicherung, Verarbeitung, Analyse, Interpretation und Veröffentlichung von Daten über Krebsneuerkrankungen in Schleswig-Holstein und enthält auch Informationen zu Behandlungs- und Krankheitsverläufen. Konkret bilden die Daten die Grundlage für:
- die Beschreibung zeitlicher und regionaler Entwicklungen,
- die Bewertung von Früherkennungsprogrammen,
- die Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung,
- die Qualitätskonferenzen des Krebsregisters sowie
- die Versorgungs- und Ursachenforschung.
Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken betont: „Das Krebsregister ist sehr wichtig, weil mit der Auswertung der erfassten Daten belastbare Aussagen zur Entwicklung von Krebserkrankungen getroffen werden können. Dies trägt letztlich dazu bei, die Versorgung zum Wohle der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln und auch Präventionsangebote zu stärken“
Interaktiver Bericht im Internet
Detaillierte Zahlen zum Krebsgeschehen in Schleswig-Holstein stellt das Krebsregister über seinen interaktiven Bericht zur Verfügung. Dort können Interessierte Entwicklungen nach Krebsart, Geschlecht, Alter und Region nachvollziehen.
Weitere Informationen zum Krebsregister gibt es unter: schleswig-holstein.de – Krebsregister.
Angebote für Betroffene und Angehörige
Die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein unterstützt Betroffene und ihre Angehörigen mit vielfältigen, landesweit verfügbaren Angeboten. Dazu gehören qualifizierte Beratung, psychosoziale Begleitung sowie Informationen rund um Prävention, Diagnose, Therapie und Leben mit Krebs. Ziel ist es, Menschen in allen Phasen der Erkrankung Orientierung, Entlastung und Unterstützung zu bieten.
Hier geht es zur Seite der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft.
Kontakt:
Krebsregister Schleswig-Holstein
Institut für Krebsepidemiologie e. V.
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
www.krebsregister-sh.de
Email: rs@krebsregister-sh.de
Tel.: 0451/500-52101
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